Sonntag, 6. November 2005

Schildbürgerstreich

definiert Wikipedia als umgangssprachliche Wendung für eine "aberwitzige und irreführende Regelung". Genau diese bekommen wir in der Föderalismusreform, wie sie seit Freitag von der Koalition "in trockene Tücher" gebracht wurde. Begeistert sind jedenfalls die beteiligten Schildbürger. Die taz hat den Streich aus den Tüchern ausgewickelt :
"Praktisch alle Bildungskompetenzen, egal ob in Schule oder Hochschule, sind nun ganz und gar in die Zuständigkeit der Länder gewandert. Das ist ein schlechter Witz! Den Ländern fehlt das Geld und, mit Verlaub, der Grips, um vernünftig mit dem Thema umzugehen. Das haben sie in der Vergangenheit nachdrücklich bewiesen. Der finanzielle und intellektuelle Zustand der ländergeführten Bildung ist erbärmlich - das beginnt bei tropfenden Dächern und endet beim systematischen Verstärken vorgefundener sozialer Ungleichheit. Der teure Rohstoff Bildung ist viel zu wichtig für Gesellschaft und Wirtschaft, als dass ihn die Bundesländer vergeuden dürften."
Hatten wir nicht gerade eben die erschreckenden Ergebnisse der PISA 2003 - Studie zur Kenntnis nehmen müssen? Ist das die politische Antwort darauf?
Ah, das ist Anknüpfen ans nationale Erbe! Beim Umzug nach Berlin seinerzeit hat die politische Klasse nicht nur Bonn sondern auch Schilda mit unter die Reichstagskuppel gebracht.
Vorbildlich! Gratulation! Denn, um nicht die interessantesten Events zu versäumen, dürfen wir auf keinen Fall die Bildungskatastrophe in den Griff bekommen, bevor es hier so zugehen wird wie derzeit in Frankreichs Vorstädten.

Montag, 31. Oktober 2005

Bericht von der Fachtagung

„Demokratieerziehung in Hamburg“ vom 25.-29.10.05 am Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung Hamburg

In seinem öffentlichen Gespräch mit Reinhard Kahl am Abend des 25. Oktober machte Prof. Wolfgang Edelstein zum Auftakt der Tagung deutlich, daß Demokratie nicht bloß eine Sache der Institutionen und Gremien ist, sondern eine Lebensform, die nur gelernt werden könne, indem sie stattfindet.
Seine Aufforderung, Verbündete zu suchen für die Entwicklung der Hamburger Schule zu einer demokratischen Schule für Alle, stellte sich als Hintergrund-Motto der gesamten Tagung heraus.
Tatsächlich boten die intensiven Arbeitstage im Landesinstitut mit drei Referaten und daran anschließenden Diskussionsforen, einem Vortrag, mit über 30 Workshops und ebensovielen Infoständen sowie einer abschließenden Talkrunde zum ersten Mal überhaupt die ausgezeichnete Gelegenheit, Kommunikations- und Kooperationspartner – Verbündete also – in allen Gruppen innerhalb der Institution Schule sowie in der außerschulischen Jugendpädagogik an einem zentralen Ort kennen zu lernen, dabei Kontakte zu knüpfen, sich über die Grenzen des eigenen Praxisraums hinweg auszutauschen und Verabredungen für eine Zusammenarbeit zu treffen. Diese Chance war der Hauptgewinn der Tagung, und sie wurde reichlich genutzt. Ein weiterer wichtiger Erfolg der Tagung ergab sich aus der Bereitstellung einer offenen Atmosphäre, in der öffentlich kontrovers diskutiert und produktiv gestritten werden konnte. Dabei wurden die Kernprobleme und –fragen deutlich, die gelöst werden müssen auf dem Weg zu einer demokratischen Lernkultur und einer Schule für Alle.

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Schüler einer 10. Realschulklasse präsentieren das „Textil-Projekt“, eines der Projekte "Sozial macht Schule", initiiert und begleitet durch Rainer Micha vom Arbeiter Samariter Bund.


Die Workshops und Infostände spiegelten die Vielfalt dessen wider, was in Hamburg an Projekten in Schulen, Stadtteilinitiativen und Verbänden mit Kindern und Jugendlichen im Bereich demokratischen Engagements existiert. Dabei haben sich auch beeindruckende Kooperationsprojekte entwickelt, wie beispielsweise das Projekt „Dialog der Urenkelinnen und Urenkel“, ein Projekt der Initiative „Sozial macht Schule“ des Arbeiter Samariter Bunds. Eine Klasse der Schule „Charlottenburger Straße“ hatte in Hamburger Archiven über tschechische Zwangsarbeiter geforscht, mit den Überlebenden in Tschechien Kontakt aufgenommen und einen Dialog begonnen, der auch zu gegenseitigen Besuchen geführt hatte. Seit 2002 wird das Projekt außerdem von Prof. G. Mitchell und Studierenden der Hamburger Universität wissenschaftlich begleitet und ist in einem Film dokumentiert worden. Dies ist nur eines der Beispiele, daß Schule, Jugendhilfe und Universität erfolgreich kooperieren können.

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Infostand des Projekts „Kinderrechte und Stadtteilradio“ in der Initiative "Nachbarschaft und Schule Eimsbüttel (NaSchEi)“ mit Ragna Riensberg und Yvonne Vockerodt


An manch anderen Projekten – die darum jedoch nicht weniger gelungen und beeindruckend sind – wird aber auch deutlich, wie mühsam und schwierig es ist, eingefahrene, sich sperrende Strukturen aufzubrechen, um Kooperation zu ermöglichen und die nötige Unterstützung zu gewinnen. Ragna Riensberg und Yvonne Vockeroth, die mit Workshop und Infostand ihr überaus erfolgreiches Projekt Kinderrechte – Stadtteilradio präsentierten, wünschen sich beispielweise eine bessere Zusammenarbeit mit der Lehreraus- und Fortbildung, damit die Initiative an mehr Schulen bekannt und genutzt werden könnte. Auch die nötige finanzielle Förderung ergibt sich nicht von selbst. Weiterentwickelt zu einem Service-Learning-Projekt könnten hier auch ältere Schüler mit den Kindern im Stadtteilradio arbeiten. Das „Radio von Kindern für Kinder“ ist ein Projekt von und für Vorschul- und Grundschulkinder. In bisher über 80 Sendungen haben Kinder über ihre Themen gesprochen und Hörszenen gespielt. Kinderrechte, Gewalt, Gesundheit, Spielmöglichkeiten, Zukunft, Ernstgenommenwerden von den Erwachsenen - das sind die Themen, die in der „Kinderanhörung“ zur Sprache kommen. (Freies Senderkombinat 93,0 khz, jeden 3. und 4. Donnerstag im Monat.) Beeindruckend ist, wie professionell die Kinder dabei nicht nur mit dem Medium Radio umgehen, sondern auch, wie souverän sie Politik machen, indem sie ihre Meinungen artikulieren, begründen und argumentieren. „Kinder sind Experten für ihre Bedürfnisse“, sagt Ragna Riensberg, und die überzeugenden Radiospots der Kinder geben ihr Recht. Diese Einsicht muß in der Schule erst noch ankommen!

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Im Workshop für Schulleitungsmitglieder von Claudia Wetterhahn und Dr. Gabriele Kandzora stellten sich 40 Teilnehmer dem Paradoxon "Schule demokratisch leiten". Es war der Workshop mit der höchsten Teilnehmerzahl. Trifft sich hier besonderer Problemdruck mit hoher Veränderungsbereitschaft?


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Nachgespräche am Ende eines Forums

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Demokratische Streitkultur

In ihrem spannenden Vortrag machte Prof. Anne Sliwka die großen Chancen des Service-Learning nicht nur für den Erwerb sozialer Kompetenzen, sondern auch für Wissenserwerb überhaupt deutlich: Service-Learning setzt an echten Bedürfnissen der sozialen Umwelt – inner- oder außerhalb der Schule – an. Die Schüler arbeiten und lernen zugleich und sind durch die Identifikation mit ihrer – meist selbstgewählten – Aufgabe, hochmotiviert. Sie erleben, daß sie wirklich gebraucht werden. Unterricht ist hier keine simulierte Welt, in der nur für später trainiert wird, und die Schüler werden zu Experten dessen, was sie tun. Daß sie dabei auch noch lernen, im Team und eigenverantwortlich zu lernen, versteht sich dabei schon fast von selbst. Anne Sliwka erläuterte das Prinzip an einer Fülle von Beispielen. Eines sei hier stellvertretend genannt, weil es besonders deutlich macht, daß es sich bei Service-Learning nicht um caritative Projekte herkömmlicher Art handelt: „Philadelphia Math Trail“ ist ein Service-Lerning-Projekt von Schülern einer 10. für Schüler der 9. Klasse. In einer Stadtrallye müssen anhand städtischer Objekte mathematische Aufgaben gelöst werden, wie z.B. die Berechnung der Höhe einer Riesenskulptur. Ob die Schüler dabei das Service-Learning-Projekt erst selbst (er)finden oder in schon bestehende Projekte nachwachsen, oder ob Service-Learning generell freiwillig sein müßte oder gerade als Unterrichtsprinzip in der Schule verpflichtend gemacht werden sollte – das scheint eine müßige Diskussion zu sein, denn – wie in der Diskussion zum Vortrag deutlich wurde - , wichtig ist, daß die Schüler eine Aufgabe finden, die sie als ihre eigene Aufgabe begreifen können, mit der sie einen persönlichen Sinn verbinden können. Diese Art des Lernens funktioniert deshalb mit hohen Ergebnissen, weil sich der persönliche Sinn des einzelnen Schülers mit der gesellschaftlichen Bedeutung einer Arbeit/Lernaufgabe deckt. In anderen Ländern – z.B. in Kanada – ist diese Form des Lernens darum seit vielen Jahren etabliert und die Ergebnisse sind wissenschaftlich evaluiert. Etliche Schulen arbeiten ausschließlich auf der Basis des Service-Learnings. Daß die Schüler dabei vieles, was sie für die erfolgreiche Durchführung ihrer Projekte brauchen, auch in Trainings, im Lesen von Papieren oder Internetseiten lernen oder sich auch mal einen Vortrag anhören müssen, kann man sich vorstellen. „Alte“ Lernmethoden haben dadurch also keineswegs ausgedient, denn: Form follows function!

Die Frage ist also längst nicht mehr die, ob Service-Learning als Unterrichts-Prinzip in Zukunft eine bedeutende Rolle spielen muß, um die Probleme der Hamburger Schule zu lösen und die Lernergebnisse aller Hamburger Schüler deutlich zu verbessern. Das Problem besteht vielmehr darin, wie man diese Form einer neuen Lernkultur in die Hamburger Schule implementieren kann. Die Schwierigkeit, all diese vorgestellten Projekte in der Schule zu etablieren, ist immer dieselbe: Sie rein additiv zum bestehenden Unterrichtsprogramm zu ergänzen, ist selbst dann, wenn es Sinn machen würde, schwierig. Besonders deutlich wurde dies im Diskussionsforum „Ehrenamtliche Tätigkeit – eine Bildungsressource“. Die Vertreter der Verbände klagten darüber, daß mit der flächendeckenden Einführung der Ganztagsschule einerseits Probleme auftauchen, die ehrenamtliche Tätigkeit außerhalb der Schule unterzubringen. Hier wünscht man sich eine bessere Kooperation zwischen den Institutionen.
Andererseits sind Jugendliche aber zu einem erstaunlich hohen Prozentsatz bereit, etwas Sinnvolles für ihre soziale Umgebung zu tun. Hier zeigt sich auch, daß sie durchaus nicht Demokratie- oder Politik-müde sind. Deutlich wurde auch, daß Jugendliche sich zunehmend lieber in kurz- oder mittelfristigen besonderen Projekten engagieren wollen anstatt ein Ehrenamt im traditionellen Sinne als Lebensaufgabe in der Freizeit anzunehmen. (Dies spricht ebenso sehr für die Form des Service-Learning.) Die Frage lautete also, wie können unter den bestehenden Strukturen der Institution Schule Handlungs-Spielräume genutzt und erweitert und die Strukturen so umgebaut werden, daß die Erfordernisse der Gesellschaft – z.B. soziale Bedürfnisse im Stadtteil – mit den Lernbedürfnissen und –erfordernissen der Schüler in Einklang gebracht werden? Darüber, wie diese Aufgabe mit dem Ziel der Demokratieerziehung in Einklang zu bringen sei, wurde zum Teil kontrovers und heftig debattiert.

In der abschließenden Talkrunde stellte sich dieses Problem dank der provozierenden Auftaktfrage des Moderators Herbert Schalthoff besonders zugespitzt: „Wie können Sie sich im Landesinstitut eine Tagung zum Demokratielernen leisten, wo wir doch seit der Veröffentlichung der schlechten PISA-Ergebnisse weiß Gott ganz andere Bildungsprobleme haben?“, fragte Schalthoff und löste damit eine höchst lebendige und fruchtbare Diskussion unter den Teilnehmern im Podium sowie mit dem Auditorium aus.
In den vielfältigen Beiträgen von Lehrern, Fortbildnern, Eltern- und Schülervertretern, sowie der Vertreter von Stadtteil-Initiativen, wie z.B. Rüdiger Winter vom „Billenetz“ für lebenslanges Lernen, wurde klar, daß Schule vor der Aufgabe eines grundlegenden Wandlungsprozesses steht. „Schüler haben traditionell in Deutschland eine große Distanz zur Schule“, befand Dr. Gabriele Kandzora, Didaktische Leiterin der Erich-Kästner-Gesamtschule. „Wenn es uns nicht gelingt, eine Schule zu schaffen, die die Schüler viel mehr beteiligt an allem, was mit ihnen in der Schule geschieht, dann wird es auch keine Verbesserung der Lernergebnisse geben“, urteilte sie und machte damit deutlich, daß ohne demokratische Partizipation innerhalb der Schule (Schul-„Innenpolitik“) Schüler weder zu demokratisch handelnden noch zu wissens- und leistungsstarken Persönlichkeiten heranwachsen können. Das eine sei ohne das andere nicht zu haben. Kurt Edler vom Landesinstitut stellte dagegen fest, daß Schüler die bestehenden Strukturen zur Mitbestimmung gegenwärtig nicht ausnutzen und wenig Interesse an der Arbeit in den Mitbestimmungsgremien haben. Die Vertreterin der SchülerInnenkammer, Sappho Beck, fand die Ursache dafür darin, daß die bestehende Schulkultur offenbar nicht in der Lage sei, Demokratie als Wert zu vermitteln. Gabriele Kandzora stellte klar, daß dies bei der bestehenden Reduktion von Demokratie auf die bloße Beteiligung an den institutionalisierten Mitbestimmungsgremien auch kein Wunder sei. Schüler müßten stattdessen von Anfang an und in allen Belangen - auch in denen des Unterrichtsgeschehens - ein weitgehendes Mitspracherecht erhalten. Ebenso wie der Vertreter der Elternkammer forderte sie eine Zusammenarbeit aller funktionalen Gruppen der Schule "auf Augenhöhe". Ein Schüler aus dem Publikum erklärte die Resignation von Schülern als eine Reaktion auf die Schulwirklichkeit und sah darin eine besondere Form der „Rebellion“. Während Kurt Edler noch weithin unausgeschöpfte Möglichkeiten innerhalb der bestehenden Strukturen sah, wie z.B. die Möglichkeit, zusätzlich zu den bestehenden Mitbestimmungsorganen weitere Gesprächs- und Entscheidungsgremien in der jeweiligen Schule zu schaffen und mit alten Gewohnheiten und Traditionen zu brechen, beurteilten andere in ihren Beiträgen die Chancen einer grundlegenden Veränderung unter den bestehenden Rahmenbedingungen eher skeptisch: Wo sollten die Zeiten und Räume für die Entwicklung gemeinsamer Aktivitäten bei Schülern und Lehrern herkommen, die nötig sind, um ein demokratisches Innenleben der Schule (Sappho Beck) sowie eine Öffnung der Schule zu einem „Kommunikations-Zentrum des Stadtteils“ (Rüdiger Winter) zu schaffen, wenn die Ganztagsschule nur eine Verlängerung des Unterrichtsvormittags in den Nachmittag hinein bedeutete und Lehrer mit voller Stelle inzwischen bis zu 30 Unterrichtsstunden pro Woche erteilen müssen?

Eine weitere Kontroverse entwickelte sich an Herbert Schalthoffs Forderung nach einem öffentlichen Schul-Ranking. Während einerseits die Auffassung vertreten wurde, eine solche Veröffentlichung von Schulevaluationsergebnissen sei ein Gebot der Demokratie (Kurt Edler), wurde andererseits von einigen Diskussionsteilnehmern daraufhingewiesen, daß die Entwicklung in den angelsächsischen Ländern gezeigt habe, daß eine demokratische Schule für Alle entweder auf dieses „Wettbewerbs-Instrument“ oder auf das Recht der freien Schulwahl verzichten müsse, wenn sie eine weitere Verschärfung der Exklusion benachteiligter gesellschaftlicher Gruppen vermeiden wolle. Claudia Wetterhahn fragte darüberhinaus nach Kriterien eines Rankings, die nicht bloß die kongnitiven, sondern auch die sozialen und politischen Lernleistungen der Schüler bewerten könnten. Rüdiger Winter forderte von einem demokratischen „Schul-TÜV", daß auch das Feedback von Schülern, Eltern und außerschulischen Kooperationspartnern abzufragen sei.

Insgesamt lieferte die Tagung vielfältige Impulse für die nächsten Schritte auf dem Weg zu einer demokratischen Schule für Alle.

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Jazzmusik des Sinti Weiss Ensembles


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und das hervorragende Büffet der Schüler-Cateringfirma der Förderschule Pröbenweg

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boten die passende Atmosphäre für Erfahrungsaustausch und Diskussion im „World Café“.

Mittwoch, 26. Oktober 2005

Demokratische Schule

Prof. Wolfgang Edelstein (rechts) im Gespräch mit Reinhard Kahl am Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung Hamburg: "Für eine Schule der Inklusion aller müssen Sie sich Verbündete suchen - alleine kämpfen ist absolut tödlich."

prof. wolfgang edelstein

Freitag, 21. Oktober 2005

Keine Gnade für anachronistische Bildungspolitik

Mal wieder ist der Bildungsnotstand Aufmacher in der ZEIT, und das ist gut so. Was erzählen uns die meisten Medien denn immer, die Bildung sei ein "weiches" Politikthema, und daß die CDU das Bildungsressort in der Koalition hätte, sei politisch nicht viel wert? - So ein Quatsch! Die sture Fortsetzung des deutschen selektiven Schulsystems - wider alles empirische nationale und internationale Wissen - ist ja wohl das Härteste überhaupt!
Und was erfahren wir heute von Martin Spiewak und Jörg Lau? Eltern und Lehrer bekämpfen sich aufs Schärfste. Lau fordert "Gnade für die Pauker" und Vertrauen der Eltern. Na klar, das ist ja richtig. Richtig ist auch - damit sind wir in Spiewaks Artikel -, daß die Lehrer auf vieles, was die Schülerrealität bietet, nicht angemessen antworten können, z.B. stellt er fest: "Noch immer geht die Schule von Schülern aus, die zu Hause sowohl lernen, Deutsch zu sprechen als auch stillzusitzen. Das jedoch ist häufig nicht mehr der Fall. Auf diese soziale Veränderung sind Lehrer häufig nicht eingestellt."
Mein lieber Herr Spiewak: Mit diesem Satz können Sie den neuen "deutschen Klassenkampf" , wie Sie das nennen, wunderbar anheizen! Denn es klingt danach, als wäre es bloß eine Frage der persönlichen Einstellung, der individuellen Kompetenz des einzelnen Lehrers, dieses Problem - und es ist ja eines der größten - in Ordnung zu bringen. Und genau das ist die Vorstellung, die Eltern dazu bringt, von "ihrem" Lehrer ganz persönlich die Lösung aller Widersprüche des anachronistischen Bildungssystems zu erwarten, ja aggressiv zu fordern. "Der Lehrer wird zum Angeklagten" - richtig und bedauerlich, Herr Lau. Aber er braucht keine Gnade, und schon gar nicht, wenn er ein "Pauker" ist. Die Lehrer brauchen Hilfe, und zwar von den Eltern. Ich meine hier nicht die Hausaufgabenhilfe (sehr gut übrigens das Interview dazu mit Ulrich Trautwein: "Die beste Hilfe ist gar keine Hilfe" in derselben Ausgabe!). Ich meine, daß es hier nötig gewesen wäre, dazu aufzurufen, daß Eltern, Lehrer und Schüler zusammenarbeiten müssen, um ihre Schule zu erneuern. Es kann doch nicht wahr sein, daß man sich hier seitenweise am Eltern-gegen-Lehrer-Kampf delektiert und so tut, als habe das alles gar nichts mit Politik zu tun! Die meisten Lehrer wären gerne gute Lehrer - was denn sonst? - wenn sie es denn dürften! Viele Lehrer, die tatsächlich für die Kinder gut sind, sind es nämlich nicht im Sinne der Strukturen und Vorschriften, denn diese müssen sie, um für die Kinder gut zu sein, ständig unterlaufen, umgehen, beugen. Es ist natürlich nicht jedermanns Sache, die damit einhergenden Konflikte auszuhalten. Schon gar nicht die mit dem Arbeitgeber. Verständlich. Und so haben die Lehrer keine Chance: Sie können allenfalls entscheiden, mit wem sie den Konflikt haben wollen: Mit den Schülern, mit den Kollegen und Vorgesetzten oder mit sich selbst. Und das bleibt solange so, bis Eltern, Lehrer und Schüler die Abschaffung des selektiven Schulwesens gemeinsam erzwungen haben und zusammen ihre Schule umgestaltet haben zu einer zeitgemäßen Schule. Also, Kollegen von der ZEIT: Das war wohl nix. Nochmal machen, oder andere ran lassen!

Donnerstag, 20. Oktober 2005

Buchempfehlung

Rudolf Leiprecht, Anne Kerber (Hrsg.), Schule in der Einwanderungsgesellschaft. Ein Handbuch, Wochenschau Verlag 2005, 480 Seiten, 34,80 Euro

Wie: 480 Seiten lesen? Welcher Lehrer hat denn dafür Zeit, wo ihm doch das tägliche Unterrichts- und Korrekturgeschäft bis zum Halse steht?
Warum es trotzdem sinnvoll ist, sich für dieses Buch Zeit zu nehmen, erhellt das Editorial der Herausgeber, das die Bundesrepublik Deutschland als eine „pluriforme Einwanderungsgesellschaft“ charakterisiert, der gegenüber das deutsche Bildungssystem in so „erhebliche(r) Schieflage“ steht (9), dass jeder Lehrer Probleme damit haben muß, diese in seiner Praxis auszugleichen. Genau dazu bietet dieses Buch wertvolle Hinweise. Buchempfehlung1 (pdf, 82 KB)

Freitag, 14. Oktober 2005

Europa, Fürdö utca

Fürdö utca

Freitag, 30. September 2005

Warum ausgerechnet den?

Heute darf sich Otto Graf Lambsdorf in der SZ über "harte Wahrheiten in der Politik" auslassen. Wieso denn der? Weil die Gelben ihn trotz seiner dreifach belasteten Vergangenheit zum Ehrenvorsitzenden gemacht haben - einen Vorbestraften?
Nunja, interviewt wurde er als Experte für Rechtswenden. Und weil er bei der letzten Wende 1982, der Wende der FDP zur CDU-Koalitionspartnerschaft, doch so erfolgreich war, darf er nun aus dem Altkämpen-Lager gegen den deutschen Wähler kläffen, der immer noch nicht aus Verelendung klug geworden sei, der immer noch nicht richtig wählen könne, und dem man weiteren Essensentzug androhen muß, damit er endlich zur Vernunft komme: Den Wählern, so sagt der kriminelle gräfliche Ehrenvorsitzende, fehle es an der Einsicht in das Notwendige, und erst die bittere Not "wie 1979 in England" führe dazu, daß er sich zur Vernunft wende und "unpopuläre Schritte" und "harte Maßnahmen", die nun einmal nötig seien, endlich akzeptiere.

Nur: Das Kind ist größer geworden und glaubt nicht mehr so recht an den in die Jahre gekommenen Knecht Ruprecht. Und so klingt der Graf auch eher resigniert denn bedrohlich auf Seite 9. Denn richtig ist: Die "planmäßige Aufrollung einer Gesellschaft durch die Unternehmer und die von ihnen bezahlten Thinktanks" hat doch nicht ganz so glatt hingehauen, wie erwartet. Immerhin.

Die gräfliche Vision vom einsichtigen Deutschen, der sich zustimmend nickend statt ärgerlich murrend den Gürtel zusammenzurren läßt, will auch nicht zur Du-Deutschland-Kampagne passen. Denn weder die Ruckfigur aus der Tradition der Präsidentenrhetorik noch die Beschwörung des "selbstverantwortlichen" DubistDeutschland-Deutschen verträgt sich mit der Figur eines brav duldenden Zähnezusammenbeißers. Und so müssen sich die pädagogisch schlecht ausgebildeten Volkserzieher der politischen Klasse noch eine Weile hin und her wundern, warum ihre Schäfchen nicht tun, was sie sollen, bis sie drauf kommen, daß das deutsche Stimmvieh weder in die eine Figur noch in die andere paßt - und schon gar nicht in beide gleichzeitig.

Mittwoch, 21. September 2005

Simon Wiesenthal

Zum Tod des "Nazijägers" Simon Wiesenthal gibt es angemessene Nekrologe in SZ und Taz. Die SZ betont vor allem, daß nicht Rache, sondern Recht das Leitmotiv für Wiesenthals einzigartige Dedektivarbeit war, die Taz zitiert sein Ziel: "Der einzige Wert meiner Arbeit ist es, die Mörder von morgen zu warnen". Für dieses Ziel sowie für seine Recherche-Erfolge ist Simon Wiesenthal von vielen, denen daran gelegen war, daß die Naziverbrechen und vor allem die Verfolgung der Täter dem Vergessen anheimfallen sollten, geschmäht und angegriffen worden. In beiden Nachrufen wird Wiesenthals "Nicht Rache-sondern Recht"- Motto belegt mit dessen Haltung in der Waldheim-Affäre. Die SZ begründet die Feindschaft gegenüber Wiesenthal mit der Aufdeckung der Nazivergangenheit von Ministern im Kreisky-Kabinett und mit dem Kalten Krieg. Hier wäre - was aber in beiden Zeitungen fehlt - auch davon zu reden gewesen, daß die Errichtung und Konsolidierung der Bundesrepubliken Deutschland und Österreich auf einem Kompromiß mit den ehemaligen Nazi-Eliten in AA und Justiz sowie auf einem Arrangement mit dem fortdauernden antisemitischen Affekt in weiten Teilen der Bevölkerungen beruhte: So mußte das Simon-Wiesenthal-Zentrum häufig erleben, daß von ihm aufgespürte und überführte Täter von Polizei oder Gericht wieder ungestraft in die Freiheit entlassen wurden.
Befremdlich ist eine weitgehend unbekannte Animosität des beliebten Kinderbuchautors Janosch, der in seinem Kinderbuch "Hasenkinder sind nicht dumm" die Figur des Hasen "Wiesenthal" auftreten läßt, der nicht müde wird, die Hasenkinder vor dem Fuchs zu warnen. Der "Hase Wiesenthal" ist dort aber eine lächerliche Figur, denn er ist nicht in der Lage, die Tarnungen des Fuchses zu durchschauen, den er immer nur an seinem "buschigen Schwanz" erkennen kann. Merkwürdige und angesichts der Fahndungserfolge Wiesenthals unangebrachte Häme. Und wozu im Kinderbuch??
Spannend Auskunft über sein Lebenswerk und seine dedektivische Arbeit und ebenso über den Umgang der staatlichen Stellen mit seinen Erfolgen gibt Simon Wiesenthal selbst in seiner Autobiographie "Recht, nicht Rache".

Mittwoch, 14. September 2005

Ausreichend ist nicht ausreichend

Heute wurde der OECD-Bildungsbericht 2005 veröffentlicht. Eine Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse für Deutschland in der Printausgabe der SZ titelt: "Die deutsche Bildung: Nur ausreichend." Die Online-Ausgabe dagegen: "An der Spitze fehlt's". Der Online-Titel ist leider unglücklich gewählt. Suggeriert er doch, daß die Haushaltsmittel für Bildung, deren Höhe in Deutschland eh schon unter dem Durchschnitt der OECD-Staaten liegt, in die "Spitze" gepumpt werden müßten.

Der Bildungsbericht - ebenso wie die in Kürze an die Öffentlichkeit gelangende PISA 2 - Studie - zeigen aber einen Befund, der ganz andere bildungspolitische Konsequenzen fordert: Daß in Deutschland nur knapp 20 Prozent eines Jahrgangs Hochschulabsolventen sind (gegenüber dem OECD-Durchschnitt von über 32 Prozent!) liegt weniger am Zustand der Hochschulen oder an dem der Gymnasien - denn dort wurde in den letzten Jahren gefördert - , sondern daran, daß in den Grundschulen und in den nichtgymnasialen Zweigen der Sekundarstufe I (bis zur 10. Klasse) zu wenig gefördert wird.
Es wird also nicht nur zu wenig Geld ausgegeben, sondern das Wenige auch noch falsch.

Und nicht nur das: In keinem anderen Land ist die Diskrepanz zwischen den Ergebnissen an der Spitze (Kompetenzstufe IV der PISA-Messung) und denen am unteren Ende (funktionaler Analphabetismus bis höchstens Kompetenzstufe I) so hoch wie in Deutschland. Großstädte erzeugen in Deutschland bis zu 25 % 15-Jähriger, die weder einfache Texte verstehen, noch über die Grundrechenarten hinausgelangt sind. Das ist das schaurige Ergebnis des selektiven Bildungssystems, an dem bislang nicht gerüttelt werden durfte.

Das bevölkerungsarme Finnland hat schon vor anderthalb Jahrzehnten begriffen, daß man kein Potenzial verschleudern darf und hatte seine Schulreform unter das Motto gestellt: "Keiner bleibt zurück!"
Unsere fehlenden Hochschulabsolventen sind nicht unter den jetzigen Abiturienten einzuwerben. Es wird leider etwas länger dauern. "Keiner bleibt zurück!" muß nämlich dringend auch das Bildungsmotto in Deutschland werden. Dazu muß man sich vor allem denen "da unten" widmen, die man bisher sträflich vernachlässigt und weggesperrt hat in die Haupt-und Sonderschulen, wo sie unter sich bleiben, damit sie die "Guten" "oben" beim Lernen nicht stören, wo sie selbst aber nichts mehr lernen können.
In Finnland gibt es keine Sonderschulen und keine Hauptschulen als Bewahranstalt für den "Ausschuß". Alle gehen in die gleiche Schule. Dafür gibt es dann auch eine entsprechend große Anzahl von Akademikern. Wo die bloß alle herkommen? Bei uns werden sie in den Haupt-, Real- und zu Hauptschulen verkommenen Gesamtschulen verhindert.

In Deutschland werden für jedes Kind, das bei der Einschulung "zurückgestellt" wird, und für jeden "Sitzenbleiber" pro Jahr 6000 Euro ausgegeben. Das sind z.B. in Hamburg immerhin 25 % der Schüler! Unnütz ausgegebenes Geld, ebenso gut wie zum Fenster hinausgeworfen. Was man damit alles an individueller Förderung finanzieren könnte!
Denn daß Abwarten oder Klassenwiederholung nicht zur Verbesserung der Leistungen führen, haben die Bildungsempiriker schon vor vielen Jahren herausgefunden.

Wenn die Bayern nun meinen, das ginge sie alles nichts an, weil sie doch in die PISA-Spitze vorgerückt sind: In München sieht es wahrscheinlich ebenso aus wie in Hamburg, Bremen, Berlin. Der Vergleich der Bundesländer verdeckt das wahre Problem. Deswegen haben die Bildungsforscher in Deutschland beschlossen, als nächstes einen Vergleich der Großstädte durchzuführen. Das wird leider dauern. Bis die erwartbaren Schlußfolgerungen, endlich das gegliederte Schulwesen samt der Paukschule konservativer Provenienz abzuschaffen, dann endlich auch von den Konservativen gezogen werden, wird noch jahrelang das Bildungspotenzial eines großen Teils der Bevölkerung in Deutschland verschleudert werden, immer mehr Jugendliche - Migranten so gut wie
Alteingesessene - einer aussichtslosen Zufkunft überlassen. Daß damit auch das Potenzial mit der Bereitschaft zu Gewalttätigkeit und zum Rechtsextremismus weiter wächst, versteht sich von selbst.

Samstag, 3. September 2005

Schulhof-CD der NPD

Krass: Die NPD verteilt vor Brandenburger Schulen als Werbematerial für Erstwähler CDs mit Liedern der Neonazi-Szene. Die heutige TAZ berichtet über den Einsatz in Fürstenwalde: "Rechtsextreme erteilen Musikunterricht". Erschreckend ist die Hilflosigkeit, mit der die Schule auf diese Aktion reagiert: ""Natürlich finde ich das alles nicht gut", sagt (der Schulleiter) Schenk. "Aber verhindern können wir das nicht"". So die TAZ. Vor Monaten schon war die "Schulhof-CD" indiziert worden und sollte vom Verfassungsschutz beschlagnahmt werden, dann waren die zigtausend Exemplare aber plötzlich verschwunden gewesen. Nun taucht eine neue Version wieder auf, die "juristisch unangreifbar" ist - so das Urteil der Staatsanwaltschaft nach Auskunft der TAZ. Mit Verboten ist es offenbar nicht getan. Dringend nötig ist eine offensive Auseinandersetzung mit den Liedern im Schulunterricht. Dazu müssen die Lehrer unerschrocken und kompetent mit den Inhalten umgehen können. Alle, nicht nur Geschichts- und Politiklehrer. Also? CDs im Unterricht abspielen und diskutieren - aber gewußt, wie! Die meisten Lehrer trauen sich das nicht zu. Sie fühlen sich nicht kompetent in der Auseinandersetzung. Kein Wunder, die demokratischen Politiker sind ja auch oft hilflos darin, vermeiden die offensive inhaltliche Auseinandersetzung vor Ort und ersetzen sie lieber durch ritualisierte Abgrenzung und Allgemeinplätze in der Verurteilung. So braucht man sich nicht wundern, wenn Schüler keinen Grund sehen, die NPD schlimm zu finden. Wie sollen sie?

Aktualisierung (18.9.05):
Für die NPD- Schulhof-CD Nr. 1 mit dem Titel "Anpassung ist Feigheit - Lieder aus dem Untergrund" sind Indizierung und Beschlagnahme-Urteil aufgehoben worden. Das schreibt sich die NPD als Erfolg ihrer "legalistischen" Strategie auf die Fahne. Die CD Nr. 2 hat den Titel "Der Schrecken aller linken Spießer und Pauker!" Erstaunlich, daß die CD mit ihren Texten vor allem dadurch Schüler fasziniert, daß diese die "linke" antikapitalistische und antiamerikanische Rhetorik beerben und eben - nun ja: einen national(en)sozialismus propagieren. Die NSDAP hatte auch mal einen "linken" Flügel der Strasser-Brüder. Der argumentierte ganz genauso. Und wenn sogar Schüler von der Antifa dadurch irritiert werden und den Unterschied zwischen ihrer eigenen Amerika-Kritik und dem völkischen Antiamerikanismus der NPD nicht benennen können, dann hoffe ich, daß ihre Lehrer sich so intensiv damit beschäftigen, daß wenigstens sie ihn erklären können.
Für alle, die die CD haben oder sich beschaffen wollen, und für alle, die
sich damit auseinandersetzen wollen, gibt es zwei hilfreiche PDF aus dem Netz zu holen: 1. eine "Argumentationshilfe gegen die Schulhof-CD der NPD" (2) von der Arbeitsstelle Neonazismus der Fachhochschule Düsseldorf und 2. eine aktuelle Analyse "Neue Strategien und Praktiken des Rechtsextremismus" (d.h. der NPD) mit Überlegungen für die Konsequenzen in Schule und Unterricht vom Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung Hamburg . Dort am Ende der Seite ein Link zum PDF.
Bild: Ivan Montero / fotolia

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